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Trotz 3:6 Niederlage: Die Richtung stimmt

 

mb. Die Bilanz gegen HMH aus den vergangenen drei Jahren ist für den HC 88 keine schöne. Auch wenn man die Playoffs ausklammert, kommen die Baarer nur auf einen Sieg aus sieben Spielen seit Herbst 2016. Der letzte Sieg (8:3) liegt bald zwei Jahre zurück. Bis zum nächsten Triumph müssen sich die 88er weiter gedulden, auch dieses Mal reichte es nicht. Der grosse Unterschied zu den meisten der vergangenen Spiele war jedoch, dass man den Gegner während dem ganzen Spiel forderte und dieses Mal auch ein Sieg nicht gestohlen gewesen wäre. Das Einzige, was HMH, wirklich besser machte, war die Kaltblütigkeit respektive die Auswertung der Torchancen. Doch Kaltblütigkeit ist leider keine Fähigkeit, die man so leicht von heute auf morgen erlernt. Es ist eine Kombination aus Fertigkeiten auf dem Eis, Selbstvertrauen und Instinkt, wobei gerade der letzte Punkt der am wenigsten erlernbare ist. An den ersten zwei Komponenten kann jedoch im Training gut gearbeitet werden. 

 

Die 88er gingen zwar zum zweiten Mal in Folge als Verlierer vom Eis, doch das Team hat gezeigt, dass es fähig ist, mit den zurzeit besten Teams mehr als nur bloss mitzuhalten. Defensiv haben sie in zwei Spielen bislang "nur" elf Treffer zugelassen, in den vergangenen Saisons war es in zwei Spielen gegen Top-Teams auch schon das doppelte oder mehr. Einen entscheidenden Beitrag dazu lieferte Torwart Pascal Kieliger, der in seinen ersten beiden ZSHL-Spielen für den HC 88 eine souveräne Leistung zeigte und Mal für Mal sein Team mit wichtigen Saves im Spiel hielt. Im Gegensatz zur Defensive sind die 88er jedoch offensiv bislang noch nicht wirklich in Fahrt gekommen. Topskorer ist derzeit Roman Elsener mit zwei Toren und einem Assist. Er ist der einzige Spieler, der bereits mehr als einmal in die gegnerischen Maschen getroffen hat. Zu viele Spieler - darunter auch der Schreibende - lassen noch zu viele gute Chancen aus. 

 

Ein unschöner Zwischenfall ereignete sich im zweiten Drittel, als unsere Nummer 85 auf offenem Eis unglücklich in einen Gegenspieler prallte, dessen Lieblingsbeschäftigung seit Jahren das ausser Gefecht setzen des Gegners zu sein scheint. Nach Spielende konnte Flöru - nach Aufsuchen des Kantonsspitals -  jedoch Entwarnung geben. Es ist zum Glück nur eine starke Prellung, welche ihn jedoch trotzdem für ein paar Tage arbeitsunfähig macht. 

 

Den Teamplayer-Award holte sich dieses Mal verdientermassen Tobias Walter, dem das temporär verliehene "A" auf der Brust zusätzliche Motivation zu verleihen schien. Die Ansage von Pascal Zürcher in der zweiten Drittelspause ("Los, das letzte Drittel gewinnen wir!") hat sich übrigens erfüllt: Der dritte Spielabschnitt ging mit 2:1 an die 88er. So darf, ja muss es weitergehen am nächsten Samstag, wenn es bereits wieder heisst: HMH vs. HC 88 Baar.